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Oberösterreich
Illusionen braucht der Mensch / l'Homme a besoin d'illusions
Berlin / 2009-04-23
Catherine Umbdenstock |
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Franz Xaver KroetzEinsamkeitsängste / la peur de la solitudeDE - Ich bin nicht verheiratet, bin es auch nie gewesen.
Aber sie haben Kinder.
Ich habe einen Sohn, der heißt David und ist jetzt
elf Jahre alt.
Und eine Tochter.
Ja, aber die ist nicht mehr mit mir verwandt. Das ist
ein juristischer Vorgang. Die Mutter hat geheiratet
und der Mann hat das Kind adoptiert. Seither bin
ich nicht mehr der Vater. Wahrscheinlich ist das die
vernünftigste Lösung. Ich bin ein sehr schlechter
Vater, weil mir halt die Literatur wichtiger ist und
mich Kinder im Grunde herzlich wenig interes-
sieren. Der David ist sicher süß, ich seh ihn auch
öfter, aber in Wirklichkeit ist er mir scheißegal.
Es ist schrecklich aber es ist so. Ich bin mir selbst Kind
genug. Würde ich heiraten, hätte ich wahnsinnige
Angst, dass es mit meiner Kunst morgen vorbei ist.
Ich weiß doch nicht, wie lange meine literarische
Ader noch sprudelt. Ich finde, ein Künstler darf sich
nicht binden. Das kostet zu viel. ... Also ich muß
jederzeit sagen können, auf Wiedersehen, bitte
geh jetzt. Andererseits ist es auch kein Geheimnis,
dass ich ungern alleine lebe. Da bekäme ich sofort
Einsamkeitsängste. Ich brauche jemanden, der für
mich da ist, mich aber nicht stört, wenn ich schreibe.
Franz Xaver Kroetz im Gespräch mit André Müller (1986)
FR -
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